Freitag, 31. Mai 2013

Freitagsblümchen: Tränendes Herz

Kaum eine Blume hat für mich einen so nostalgischen und romantischen Charme wie das Tränende Herz.
Bei uns wächst es gut im halbschattigen Teil unseres Stadtgärtchens. Die Blütezeit ist leider nur kurz, so dass am Standort der Pflanze schnell eine Lücke entsteht, die von anderen Pflanzen verdeckt werden muss.



Ursprünglich kommt die Pflanze aus Asien. In England heißt sie charmanterweise auch "Lady in a bath", denn so soll die Blüte aussehen, wenn man sie umdreht und aufbiegt.
Ausprobiert habe ich das noch nicht.


Bei mir steht sie zusammen Blüten meines Waldmarbels in meiner Lieblingsvase, einem ultramarinblauem 70er Jahre Krug.


Wie immer freitags sammelt Helga eure Blumenbilder. Heute bin ich auch mal dabei.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Oh du schöne Netzwelt

Manchmal finde ich den Widerspruch meines eigenen Lebensstils beänstigend.
Konrkete Beispiele gibt es so viele, Aufhänger für mich ist aber ein Posting eines recht bekannten Blogs, das eigentlich auch nur sinnbildlich für tausend weitere und das gesamte Dilemma unseres Lebenstils steht.

Aber konrekt:

In besagtem Post ging es um Linkempflehlungen.
Zwischen Tipps wie man Wegwerfbecher verschönern kann und Rezpten für Fruchteiswürfel stand ein Link, der zu Berichten über Menschen in Haiti führte, die Dreck essen.
Aus Not.
Weil es nichts anderes zu Essen gibt.

Menschen . müssen . Dreck . essen.

Und daneben Fruchteiswürfel und dekorierte Wegwerfbecher.

Das ist so schräg.

Wir machen uns Gedanken über jahreszeitliche Deko, Klamotten und Co und parallel dazu versuchen Menschen von Dreck bzw. Lehm zu leben.

Klar haben wir Ökostrom, trennen den Müll und kaufen im Bioladen, aber so richtig konsequent sind wir doch alle nicht.

Niko Paech hat diesen Widerspruch unserer Lebensweise ganz gut auf den Punkt gebracht.

Montag, 27. Mai 2013

Mixit: Blümchen und Zwerg


So viel Zeit habe ich ja im Moment nicht mehr für schicke Klamottenkombis, aber manchmal klappt es doch.


Neben meiner Tochter im Tragetuch (mit selbstgenähter Mütze möchte ich betonen - sowas macht die liebende Mutter dann in ihren kinderfreien zwei Stunden pro Woche) trage ich folgendes:

Strickjacke -  H&M Kinderabteilung
blaues Stillshirt - H&M
Rock - Secondhand
Strumpfi - Hema
Schuhe - Rieker

Tragetuch - Bebina von mir umgefärbt

Mehr schöne Outfits gibt es bei Zickimicki.

Sonntag, 26. Mai 2013

Warum weniger manchmal mehr ist

Ich arbeite jetzt knapp fünf Monate nicht mehr. Stattdessen habe ich den größten Teil der Zeit mit meiner Tochter verbracht.
Als sich meine Arbeitszeit dem Ende näherte, habe ich mich oft gefragt wie ich die ganzen Stunden füllen soll und ob mir nicht langweilig würde.
Die geborene Hausfrau bin ich nicht und meine Arbeit mag ich sehr.

Aber es wurde ganz anders.
Das ganze Leben hat sich verlangsamt und entschleunigt.
Meine Tage plätschern dahin wie ein Fluss. Ich plane ziemlich wenig, sondern reagiere auf das was sich mir bietet.
Ich bin so oft draußen wie noch nie zuvor. Selbst bei dem ständigen Regenwetter.

Und das ist so schön!
Ich war, glaube ich, noch nie so entspannt und zufrieden. Klar, haben wir auch Glück gehabt und das Zwergenkind ist relativ unkompliziert, aber ich glaube auch, dass es daran liegt, dass ich z.Z. nicht tausend Sachen gleichzeitig machen muss.

Und deswegen habe ich mir jetzt vorgenommen in meinem Leben etwas auszusortieren, damit auch zukünftig, wenn ich wieder arbeite, mehr von meiner Zeit übrig bleibt.

Aussortieren meine ich nicht nur materiell (das aber auch), sondern auch struktuell und inhaltlich.
Ich mag meine Zeit nicht der Pflege, Organisation und Wartung von zuviel Krempel widmen oder meine Zufriedenheit von gebügelten Kopfkissenbezügen abhängig machen.
Auch dieses Gefühl ständig Dinge zu "brauchen" nervt mich kolossal und dabei bin ich schon jemand, der ziemlich wenig einkauft.

Ein (etwas) einfacheres Leben wäre schön.

Wie das konkret ausssehen soll, versuche ich noch zu ergründen.
Mit einem kleinen Baby kann ich nicht willkürlich experimentieren.

Aber eine Idee steht schon in den Startlöchern: Konsumverzicht.

Und mal sehen, was da noch so kommt.

Dienstag, 21. Mai 2013

Upcycling: Kräuterschilder


Kochen ist hier Gemeinschaftsaufgabe.
Wenn ich koche, bitte ich den Liebsten manchmal mir ein paar Kräuter aus dem Garten zu holen.
Die wachsen bei uns auf der Mauer zu den Nachbarn direkt an der Terasse.
Bisher war sich der Gatte immer unsicher, ob er wirklich die richtige Pflanze mitgebracht hat und da auf der Mauer nun auch ein paar Zierpflanzen wachsen (Katzenminze) wurde es Zeit für ein paar Schilder.



Verwendet habe ich Beschläge von der Wickelkommode des Zwergs. Die haben wir damals, als wir das gute Stück aufgearbeitet haben, glücklicherweise nicht weggeworfen.
Ergänzt habe ich sie mit einfachen Beschlägen aus dem Baumarkt, denn ich hatte nicht genug für alle Kräuter.

Die Label sind mit einem Prägegerät gemacht, so sind sie UV-resistent und die unperfekte Optik gefällt mir ganz gut.
Das Ganze habe ich mit Montagekleber an der Mauer befestigt.

Die ersten Regengüsse (Sommer?! Hallo??) hat die ganze Konstruktion schon überstanden und die Mauer sieht gleich viel hübscher aus.

Nina sammelt wie immer dienstags alle Upcycling-Beiträge.
Erde und Geldbeutel freuen sich, wenn ihr mitmacht.
Und beim Creadienstag gibt es Menge weiterer guter Ideen zu bestaunen.

Freitag, 17. Mai 2013

Repariert: Portmonee



Mein Portmonee ist schon etwas älter und inzwischen ziemlich abgenudelt.
Aber ich mag es und habe noch kein neues gefunden bei dem mir Format und Farbe so zusagen wie bei diesem.

 Allerdings sind die Mängel des guten Stückes nicht zu verleugnen.
 Das Plastik der Einsteckhülle ist völlig marode und zerbröselt.



Und über den Kartenfächern ist oben der Stoff zerissen, so dass die Karten keinen Halt mehr haben.


Mit ein bisschen Gefummel ließ sich das gute Stück aber vor der Mülltonne retten.

Das Plastik der Einsteckhülle habe ich einfach mit dem einem Cuttermesser weggeschnitten.


Das Einsteckfach war schwierig zu reparieren, da der Stoff ziemlich mürbe war.
Ich habe es mit farblich passendem Garn zusammengeflickt, jetzt hält es wieder und meine Karten (neuer Perso und so) sind wieder sicher.


Mein Flickerei ist zwar weit davon entfernt perfekt zu sein, aber ich bin trotzdem zufrieden. Besser als der Weg in die Mülltonne ist es allemal.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Der Reparierer


Mein Opa war in unserer Familie für ein ganz spezielles Talent bekannt:
Er konnte so ziemlich alles reparieren.

Ob es eine kaputte Tasche, abgelaufene Absätze oder eine von uns Kindern kaputt geschmissene chinesische Vase war, er fand immer eine Lösung um die Sache wieder gerade zu biegen. Dieses wunderbare Talent dehnte sich nicht nur auf materielle Schäden aus, so dass gerade wir Enkelkinder sehr von ihm profitiert haben, denn er konnte nämlich auch im Familienclinch gut vermitteln.

Nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, hat er sich im zerbombten Ruhrgebiet eine Existenz aufgebaut.
Und das mit einer Fähigkeit, die heute noch in meiner Familie gepflegt wird und sich in einem etwas derben Sprichwort ausdrückt: "Aus Scheiße Rosinen machen".
Er kam ursprünglich aus Leipzig und hatte sich ins Ruhrgebiet zu einer flüchtigen Briefbekanntschaft (meine Oma) entlassen lassen, damit er nicht in russische Kriegsgefangenschaft überstellt wurde.
Da stand er dann vor ihrer Tür und aus einer Brieffreundschaft wurde Liebe (damals ging das alles wohl irgendwie schneller als heute).

Hier im Ruhrgebiet war alles zerbombt, auch meine Oma und ihre Familie waren ausgebombt worden und hatten nichts mehr. Mit Erfindungsreichtum und Geschick versorgte mein Opa seine neue Familie, seine Fähigkeiten als Maurer waren jetzt das perfekte Tauschgut.

Das ganze ging so weit, dass er in feinsten Klamotten rumlief, weil er z.B. einem Schneider den Laden wieder aufgebaut hatte. Meine Oma berichtete immer voller Stolz, dass es zu ihrer Verlobungsfeier sogar eine Buttercremetorte gab, die Zutaten hatte mein Opa mit seiner Arbeit ertauscht.
Er hatte eine ganze Truppe von Leuten, die ihm für seine Hilfe Gefallen schuldeten und als die beiden heirateten wollten, stellte er sich ans Fenster und pfiff und seine Jungs brachten eine ganze Reihe knapper Waren (sogar Zigaretten!) mit denen aus einer bescheidenen Hochzeit ein richtiges Fest wurde.

Ob er seine Reparierfähigkeiten aus dieser Zeit hatte, weiß ich nicht. Ich glaube, dass das früher eine verbreitete Kunst war.
Auch meine Oma konnte Socken stopfen, kaputte Klamotten flicken und Reißverschlüsse reparieren.

Vor vier Jahren ist er gestorben, passenderweise am 1.Mai, dem Tag der Arbeit. Er fehlt mir heute noch sehr.
Und seine Fähigkeiten fehlen uns.
Heute reparieren wir nichts mehr, wir ersetzen es.
Das finde ich schade, denn da geht so viel (Kunst-)Fertigkeit verloren und unsere Gesellschaft kann es gut vertragen weniger wegzuwerfen. Deswegen möchte ich diese alten Fähigkeiten wieder nutzen. Vielleicht kann ich später meiner Tochter die Geschichten von meinem Opa erzählen und gleichzeitig beibringen Dinge zu reparieren.

Dienstag, 14. Mai 2013

Upcycling: Rosenkugeln


Dank des kleinen Zwergs ist meine Bastelzeit im Moment ziemlich begrenzt, aber für kleine Projekte findet sich gottseidank immer noch Zeit.

So wie diese Gartendeko.


Bestimmt habt ihr auch noch alte Christbaumkugeln im Keller, die ihr eigentlich nie benutzt.
Daraus habe ich Rosenkugeln für den Garten gebastelt.
Mehr als ein paar passende Stäbe (meine sind alte Orchideenstäbe) und Heißklebe brauchst du nicht.
Einfach die Aufhänger der Kugeln entfernen, die Stäbe in die Kugeln stecken und mit Heißklebe fixieren.
In kleinen Gruppen von unterschiedlich großen Kugeln zwischen viel Grün wirken sie am Besten.

Nina sammelt wie immer dienstags alle Upcycling-Beiträge.
Erde und Geldbeutel freuen sich, wenn ihr mitmacht.
Und beim Creadienstag gibt es Menge weiterer guter Ideen zu bestaunen.

Sonntag, 12. Mai 2013

Spazierengehen


Ich war noch nie so viel draußen wie im Moment.
So ein Zwerg zwingt einen ja quasi raus zu gehen und ich genieße das richtig.
Wir sind jeden Tag unterwegs und ich bin so froh, dass wir hier alles um die Ecke haben. Den Wald fünf Minuten vor der Haustür, aber auch alle Geschäfte um die Ecke und eine autofreie Strecke durchs Grüne, die verschiedene Stadtteile verbindet.



Das ist etwas, das ich unbedingt aus der Elternzeit in den normalen Alltag retten möchte. Deswegen überlege ich ernsthaft in Zukunft das Auto auf dem Weg zur Schule stehen zu lassen und lieber per Bahn zu fahren. Das dauert zwar länger, aber ich kann zwei nette Spaziergänge zum Bahnhof und vom Bahnhof zur Schule einbauen.


Sozusagen Instant-Bewegung ohne Muckibude.
Das erscheint mir sinnvoller als abends meine freie Zeit im Fitnessstudion abzustrampeln.

Wie baut ihr Bewegung in eueren ganz normalen Alltag ein? Muckibude oder ahbt ihr andere Tricks?

Donnerstag, 9. Mai 2013

Aus dem Gebüsch


Wenn wir nicht gerade Windeln wechseln oder versuchen den kleinen Terroristen zu zähmen, basteln wir wieder an unserem Zuhause rum.
Genauer gesagt am Garten.

Da waren ja eine Menge Steine:


Eingewachsen sah es zwar schon besser aus:


Aber das waren imer noch zu viele Steine. Vor allem für das Zwergenkind, denn irgendwo soll sie ja mal krabbeln üben und da find ich Stein nicht so toll.

Also soll Rasen her.
Der Liebste hat schon alles umgegraben und vorbereitet, jetzt muss nur noch der Rasen kommen.

Ach ja, einen (Mini-)Baum haben wir auch gepflanzt. :) Nicht, weil der Zwerg geboren wurde, sondern einfach weil wir einen wollten. Aber jetzt ist es doch ihr Baum geworden.
So langsam bekommt er auch Blätter.
Aber der Transport nach Hause war sehr lustig.
Die Geschichte dazu erzähle ich ein andermal, dann gibts auch Bilder vom Rasen und hoffentlich grünen Baum.

Montag, 6. Mai 2013

Und sonst so..


Grüße aus Muttihausen!

So langsam spielt sich hier so etwas wie ein Alltag ein.
Auch wenn ich mich immer noch nicht daran gewöhnt habe so wenig eigene Zeit zu haben.
Aber Babyknecht zu sein hat auch eine Menge tolle Seiten!
Mein hormongeschwängertes Mutterglückgequatsche erspare ich euch aber mal und verweise auf die praktischen Vorteile:

Ich war noch so viel draußen!

Das wird mir fehlen, wenn ich im November wieder arbeiten gehe.
Ich muss unbedingt gucken, dass ich das dann mehr in meinen Alltag integrieren kann.

Und ich brauche bequeme und schöne Schuhe.
Meine üblichen Sommerschühchen (Absatzsandalen usw.) sind nicht so tauglich für unsere drei Stunden Runden.

Hallo liebes Internet, habt ihr Tipps?