Sonntag, 26. Mai 2013

Warum weniger manchmal mehr ist

Ich arbeite jetzt knapp fünf Monate nicht mehr. Stattdessen habe ich den größten Teil der Zeit mit meiner Tochter verbracht.
Als sich meine Arbeitszeit dem Ende näherte, habe ich mich oft gefragt wie ich die ganzen Stunden füllen soll und ob mir nicht langweilig würde.
Die geborene Hausfrau bin ich nicht und meine Arbeit mag ich sehr.

Aber es wurde ganz anders.
Das ganze Leben hat sich verlangsamt und entschleunigt.
Meine Tage plätschern dahin wie ein Fluss. Ich plane ziemlich wenig, sondern reagiere auf das was sich mir bietet.
Ich bin so oft draußen wie noch nie zuvor. Selbst bei dem ständigen Regenwetter.

Und das ist so schön!
Ich war, glaube ich, noch nie so entspannt und zufrieden. Klar, haben wir auch Glück gehabt und das Zwergenkind ist relativ unkompliziert, aber ich glaube auch, dass es daran liegt, dass ich z.Z. nicht tausend Sachen gleichzeitig machen muss.

Und deswegen habe ich mir jetzt vorgenommen in meinem Leben etwas auszusortieren, damit auch zukünftig, wenn ich wieder arbeite, mehr von meiner Zeit übrig bleibt.

Aussortieren meine ich nicht nur materiell (das aber auch), sondern auch struktuell und inhaltlich.
Ich mag meine Zeit nicht der Pflege, Organisation und Wartung von zuviel Krempel widmen oder meine Zufriedenheit von gebügelten Kopfkissenbezügen abhängig machen.
Auch dieses Gefühl ständig Dinge zu "brauchen" nervt mich kolossal und dabei bin ich schon jemand, der ziemlich wenig einkauft.

Ein (etwas) einfacheres Leben wäre schön.

Wie das konkret ausssehen soll, versuche ich noch zu ergründen.
Mit einem kleinen Baby kann ich nicht willkürlich experimentieren.

Aber eine Idee steht schon in den Startlöchern: Konsumverzicht.

Und mal sehen, was da noch so kommt.

Kommentare:

  1. Ich erinnere mich auch noch gerne an diese Pause aus meinem Arbeitsleben, nachdem meine Tochter geboren war ( Elternzeit gab es da noch nicht, aber als Beamtin konnte ich mich aus Familiengründen beurlauben lassen. ) Keiner konnte sich das von mir vorstellen, weil ich mit riesiger Begeisterung im Beruf war. Aber ich hatte erstmals Zeit, die unmittelbare Umgebung ( Viertel, Stadt ) kennen zu lernen, in die es mich 5 Jahre vorher verschlagen hatte. Ich lernte menschen auf der Straße kennen ( und nicht nur welche bei der Arbeit ), ich wieder - entdeckte meine alten Hobbies und ich lernte - was nicht einmal ein einschlägiges Studium bewirken konnte - was für wunderbar interessante menschen kleine Kinder sind. Letztendlich bin ich dabb ganze drei Jahre ausgestiegen und sie waren die besten meines Lebens! Zwei Mal habe ich mir dann noch mal jenseits der Fünfzig ein Sabbatjahr gegönnt - so wichtig, um nicht irgendwann den Karren gegen die Wand zu fahren. Und in meinem letzten Sabbatjahr war dann nicht das Verreisen das Wichtigste, sondern meine kleinste Enkelin. Mit diesem Polster kann man ins Alter starten, dass ja bekanntlich nichts für Weicheier ist...
    Genieße deine Zeit, dein Kind, deine Möglichkeiten!
    Herzlichst
    Astrid

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  2. Danke für deinen tollen Kommentar! Es ist schön auch aus anderer Erfahrung zu lesen, dass es sich lohnt Prioritäten zu überdenken. Auch wenn man seinen Job (ich glaube wir haben den selben ;)) wirklich mag!

    Danke!

    kleinodia

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