Mittwoch, 26. Juni 2013

Mamasein - 4 Monate


Mützchen zurecht rücken, Schnuller geben, wickeln, stillen.
Vier Monate mache ich das nun. Natürlich nicht alleine, sondern stets mit dem treuen Liebsten an der Seite und einem Menge familiärem Support im Hintergrund.


Und mein Leben ist so anders geworden.
Was habe ich früher Langeweile und Leerlauf gehabt. Wie oft habe ich mir Projekte krampfhaft gesucht um mich zu beschäftigen und meine Zeit zu füllen.

Jetzt läuft das etwas anders.
Aber auch ich bin anders geworden.
Nicht, dass mir die Mutterschaft die große Erleuchtung gebracht hätte oder mich zu einem neuen Menschen gemacht hätte.
Nö.


Ich bin immer noch ich selbst, aber trotzdem ein bisschen anders.
Müder manchmal, aber viel belastbarer.
Früher war ich nach nur sechs Stunden Schlaf und einem langen Schulttag tot, heute läuft der Laden auch nach Minischlafintermezzos mehr oder weniger.

Ich bin entspannter und zufriedener auch wenn der Babyalltag nicht immer ein Zuckerschlecken ist.
Ich bin viel offener geworden, heute habe ich zu anderen Mädels Kontakt mit denen mich früher nix verbunden hätte, Kinder bringen da ganz schön was zusammen.

Ich versuche viel weniger einem Ideal hinterherzurennen, sondern bin viel mehr ich. Das Zwergenkind wird nicht "perfekt" oder regelkonform großgezogen, sondern so wie es sich für uns richtig anfühlt.
Und zum ersten Mal in meinem Leben habe ich damit kein Problem. Vielleicht weil es nicht um mich direkt geht und ich ihr Perfektionismus ersparen möchte.
Und weil ich nicht mehr so viel Zeit zum Nachdenken und Zergrübeln habe. Ich mache einfach und irgendwie läuft es.


Neben dem Kinderglücksgefühl, das ich mit ihr empfinde, ist das Schönste zu sehen wie andere mit ihr interagieren.
Den Liebsten plötzlich als Vater zu sehen, wie er mit ihr auf dem Sofa einpennt, damit ich mal eine  freie Stunde habe.
Die Oma, die begeistert Kindersachen strickt, sich aber vor jedem kleinen Kreischer fürchtet.
Meine Schwester, die Babyflüsterin, die mit ruhigem und sicheren Griff das Kreischmonster halten kann.
Unsere italienische Perle, die ihr sizilianische Schlaflieder vorsingt und sie wiegt, damit ich schnell frühstücken kann.
Die beste Freundin, die mit ihrem eigenen dicken Babybauch sich als Babysitter anbietet, damit wir mal alleine loskönnen.

Und alle die einfach da sind, wenn wir mal ein paar zusätzliche Arme zum Tragen und Trösten brauchen oder mir ein Mittagessen kochen, weil das Zwergenkind sich grad nicht ablegen lässt und ich zuhause nicht zum Essen komme.

Ohne Kind hätte ich das so nie erfahren.

1 Kommentar:

  1. Oh Du Muttertier! Total rührend. Und auch wenn sich hier das Leben an ganz anderen Fronten verändert hat: insgesamt empfinde ich das glaube ich ganz ähnlich, die eigene Persönlichkeit wächste einfach über sich hinaus.
    Grüße
    Nike

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